Chroniken

"Vergangenheit und Gegenwart"
Die Schriftenreihe des Heimat- und Verschönerungsvereins Martfeld

Seit dem Jahr 1979 hat der Heimat- und Verschönerungsverein Martfeld (HVV) bisher 7 Bände seiner Schriftenreihe "Vergangenheit und Gegenwart" herausgegeben.

Martfelder Schriften

Nachdem der 1. Band schon nach kurzer Zeit vergriffen und neu aufgelegt wurde, hat der HVV jetzt eine Neuauflage des 4. Bandes dieser Schriftenreihe veranlasst. Auf insgesamt 118 Seiten wird in diesem Band als Schwerpunktthema neben einer kurzen Chronik der ehemaligen Schule in Hustedt, einer Schilderung der kirchlichen Verhältnisse in Martfeld während der "Franzosenzeit" um 1810 und einigen weiteren Artikeln, die Flüchtlingsproblematik nach dem Zweiten Weltkrieg beschrieben.

Zeitzeugen berichten über Flucht und Vertreibung und die oftmals schwierige Integration dieser Flüchtlinge bzw. Vertriebenen ins Martfelder Dorfleben. So schreibt eine Teilnehmerin eines großen Flüchtlingstrecks mit insgesamt 58 Ackerwagen und 120 Pferden (Frieda Stege, geb. Pekrul) über den etwa 900 km langen Weg von Westpreußen bis in unsere hiesige Gegend, der in 50 Tagen zurückgelegt wurde.
In einem anderen Artikel hat eine Enkelin (Birgit Hübner) aufgeschrieben, was ihr ihre beiden Großmütter (Martha Hübner und Helene Mühlan) über deren Vertreibung und Flucht aus Schlesien und den anschließenden Neubeginn in Martfeld erzählt haben. Die Kinder derselben Frauen (Arthur und Marianne Hübner, geb. Mühlan) berichten davon, wie sie mit ihren damals 79 und 87 Jahre alten Müttern im Jahr 1992 an deren alten Wohnorte im heutigen Polen zurückgekehrt sind und was sie auf dieser Reise erlebt haben. Mit "Oma Lenchens" Worten: "… nu wor ich daheme – ich bin ganz durcheinander …", schließt einer dieser Berichte.
An anderer Stelle erzählt der damalige Bürgermeister der Gemeinde Kleinenborstel, die damals noch selbstständig war (Wilhelm Meyer), von den Sorgen und Nöten der Flüchtlinge und Vertriebenen in den Jahren 1946 bis 1950. Er berichtet davon, wie schwierig es manchmal war, diese in seiner Gemeinde unterzubringen, aber er schreibt auch von positiven Erlebnissen. Nachdem er bei seiner Tätigkeit bei der Einweisung der Flüchtlingsfamilien auf viel Ablehnung gestoßen war, empfing ihn eine Bauersfrau mit den Worten: "Na Wilhelm, wull du us‚n Köppel Kinner bringen?" und zu der jungen Flüchtlingsfrau mit drei Kindern, deren Mann noch in Kriegsgefangenschaft war, sagte sie: "Dann kommt man rein, es wird schon gehen."

Ein weiterer, später als Inhaber eines Schreibwarenladens in Martfeld sehr bekannter Mann (Rudolf Hankel), hat seinen Bericht mit: "Von Sachsen nach Niedersachsen" überschrieben. In diesem erzählt er von seinem abwechslungsreichen Leben als Marinesoldat auf einem Minensuchboot, als Infanterist im Raum Cuxhaven und noch während des Krieges als Erntehelfer in der Nähe von Stade, dies als englischer Kriegsgefangener. Als er dort im Dienste der Engländer Kraftfahrer werden sollte, "machten wir uns ohne große Abmeldung zu Fuß auf den Weg in Richtung Martfeld" schreibt er. Nach Kriegsende wurde er dann von der englischen Besatzungsmacht zum Kohleabbau nach Recklinghausen geschickt. Nach nur einer Schicht "türmte" er jedoch auch dort. Es ging wieder Richtung Martfeld. Weil man ihn wegen seiner Flucht aus dem Kohlenpott suchte, kehrte er dann vorübergehend in seine alte Heimat bei Halle zurück. Später dann wieder nach Martfeld und nochmalige Rückkehr in die alte Heimat. Diesmal mit dem Fahrrad und nur um einen Anzug abzuholen, den ihn seine Mutter genäht hatte. Es ging munter weiter: Heirat und Kind in Martfeld, Arbeit in einem Bremer Kaufhaus, selbstständiger Ladenbesitzer, dann Angestellter im Großhandel, Sänger und Theaterspieler im "MGV Germania Martfeld" langjähriger Kassenführer des HVV und in einigen Teilen am Entstehen dieser und weiterer Martfeld-Schriften beteiligt.

Die Neuauflage dieses Bandes kann ab sofort bei den Martfelder Banken, bei der Sternapotheke und bei "Lotto Toto von Hollen" zum Preis von 10,- € erworben werden. Unter den Telefonnummern 397 (Anton Bartling) und 204 (Wilfried Nordbruch) sowie 458 (Anneliese Schlake) werden Bestellungen entgegengenommen. Selbstverständlich können bei den genannten Orten und den Telefonnummern auch die anderen 6 Bände gekauft bzw. bestellt werden.

5

Band 1 (erschienen 1979, 82 Seiten; 7,50 €)
Hof in Martfeld mit Kapelle und Zubehör (erste Erwähnung des Ortes "Merdvelle" in einer päpstlichen Urkunde von 1179).
Dorfschaft Martfeld gegen Dorfschaft Schwarme (ein jahrhunderter lange Streit um Nutzungsrechte in der Heide zwischen Martfeld und Schwarme).
Martfeld - La Bazoge, eine deutsch-französische Partnerschaft.
Der Mühlenkrieg in Martfeld (vor gut 100 Jahren gab es in Martfeld 3 Windmühlen und eine große Dampfmühle)
Augenzeugenberichte, über das Kriegsende in Martfeld, den Einmarsch der Engländer und das große Hochwasser von 1946.

6Band 2 (erschienen 1983, 149 Seiten; 7,50 €)
Die Loge vor der Landwehr (ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte des alten Amtes Hoya)
Kirchenvisitationen (aus der Martfelder Kirchengeschichte zwischen 1654 und 1810).
Der große Brand 1881 (am 15. April 1881 standen innerhalb von 15 Minuten mehr als 60 Häuser in Brand).
Weitere Berichte wie: Martfeld im ersten Weltkrieg, Der Fall Schmidt-Simula, Döntjes und Vertellers.

 

7Band 3 (erschienen 1989, 444 Seiten: 15,00 €)
Es handelt sich bei diesem "Heft" eigentlich um ein Buch mit 444 Seiten, jedoch mit weichem Einband. Es ist eine Chronik der alten Martfelder Hausstellen, welche 1753 bestanden. In diesem Jahr wurde die Feuerversicherung eingeführt, und daraus ergab sich die Notwendigkeit, Hausnummern zu vergeben.

Teil I: Die Hausnummern von 1753 / Die Geschichte des Ortsbildes im Überblick: Meier, Kötner, Brinksitzer / Die Höfeklassen, Wirtschaftsverhältnisse
Teil II: Beschreibung der einzelnen Hausstellen.
Teil II: Übersichten und Tabellen

m1Band 4 (erschienen 1992, 117 Seiten; 10,00 €)
Dieses Heft gibt es auch in französischer Sprache.
Große Teile diese Band berichten über die Flüchtlingsproblematik nach dem 2. Weltkrieg. Augenzeugen berichten u.a. über Nachkriegszeit, Flucht, Vertreibung und Neubeginn:
Von Sachsen nach Niedersachsen / Wiedersehen in Loge / Im Treck von Westpreußen bis Martfeld
Erinnerungen an die Sorgen und Nöte der Flüchtlinge und Vertriebenen in den Jahren 1946-1950 (Bericht des damaligen Bürgermeisters von Kleinenborstel).
Eine Reise in die Vergangenheit (zwei alte Damen von 79 und 87 Jahren besuchen mit ihren Kindern ihre alte Heimat in Schlesien).
Rudolf Bode, eine Würdigung zu dessem Tode am 24.11.198.
Kurze Chronik der Schule Hustedt / Von den Anfängen des Martfelder Vereinswesens "Pastor Heise beschreibt die kirchlichen Verhältnisse" (1810 - Franzosenzeit)

m2

Band 5 (erschienen 1997, 483 Seiten; 25,00 €)
Chronik der ehemaligen Gemeinde Kleinenborstel
Hier handelt es sich um ein fest gebundenes Buch mit 483 Seiten.
Teil I: Ein Gang durch die Geschichte, die Wohnplätze, die Schule, Forst Hoyaer Weide, Gemeinschaften und Vereine
Teil II: Dokumente.
Teil III: Persönliches und Anekdoten.
Teil IV: Namen-Zahlen-Quellen, Politische Zugehörigkeit, Bauermeister, Vorsteher, Bürgermeister seit 1826, Die Hoyaer Herrschaft Leute 1530, Feuerversicherung 1753, Betriebsgrößen 1929 und Währungsreform 1948.

m3

Band Nr. 6 (erschienen 2005, 456 Seiten; 25,00 €)
Chronik der ehemaligen Gemeinde Hustedt.
Auch hier handelt es sich um ein Buch mit festem Einband.

Teil I:  Ein Gang durch die Geschichte, Teilungen und Flurbereinigung, die Schule, Gemeinschaften und Vereine, Der erste Weltkrieg, die Zeit nach 1918, Nationalsozialismus, Nachkriegszeit und Flüchtlingsschicksale.
Teil II: Dokumente.
Teil III: Hustedter Geschichten.
Teil IV: Namen-Zahlen-Quellen.

 

m4

Band 7 (erschienen 2015, 308 Seiten; 25,00 €)
Eine Chronik der ehemaligen Gemeinden Loge und Tuschendorf.
Auch hier handelt es sich um ein Buch mit festem Einband.

Teil I: Ein Gang durch die Geschichte / Beschreibung der Hofstellen in Loge / Beschreibung der Hofstellen in Tuschendorf / Gewerbe / Der Schützenverein
Der Erste Weltkrieg / Zwischen den zwei Weltkriegen / Der zweite Weltkrieg / Nachkriegsschicksale
Vor zwei Generationen: Dorfidylle / Gegenwartskunst
Teil II: Dokumente
Teil III: Namen, Zahlen, Quellen: Bauermeister und Ortsvorsteher in Loge / Bauermeister und Ortsvorsteher in Tuschendorf / Viehzählung 1892 in Tuschendorf / Bevölkerungszunahme durch den 2. Weltkrieg /Quellenkunde / Bildnachweis / Personenverzeichnis der Hofstellen

Alle 7 bisher erschienenen Schriften können im Paket zum Pauschalpreis von 90,00 € erworben werden und  sind zu beziehen bei:

  •     Der Kreissparkasse in Martfeld

  •     Der Volksbank in Martfeld

  •     Der Sternapotheke in Martfeld

  •     Lotto und Toto von Hollen in Martfeld

  •     Anneliese Schlake

Anschrift:
Anneliese Schlake
Wiesengrund 25
27327 Martfeld
Telefon: 04255-458

E-Mail: schlakemartfeld[at]aol.com    
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