Pastorenhaus von 1535

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Das Jahr des Reformationsgedenkens 2017 ist abgefeiert, aber es beschäftigt die Martfelder immer noch. Ihr Pfarrer Otto Homfeld, der 1527 den Konfessionswechsel vollzog, hatte noch bei Martin Luther in Wittenberg studiert. Als er dann nach Luthers Vorbild heiratete und Kinder bekam, sah er sehr bald das Risiko für die Familie.

Bei seinem Tod musste sie das Pfarrhaus räumen und würde dann auf der Straße stehen. So bat er seinen Landesherrn, den Hoyaer Grafen Jobst II., im Pfarrgarten für diesen Notfall ein kleines Haus errichten zu dürfen. Es wurde 1535 gebaut. Drei Jahre später war Homfeld tot.
Passend zum Reformationsjubiläum entdeckte der Verdener Hausforscher Heinz Riepshoff in einem leerstehenden Bauernhaus, unmittelbar an das heutige neue Pfarrhaus angrenzend, ein eigenartiges Balkengefüge und eine seltene Dachkonstruktion. Das Bauholz stammte, wie die Untersuchung bald ergab, von 1535. Seit fast fünfhundert Jahren stand Pastor Homfelds Haus, ein Denkmal des Reformationsgeschehens, am gleichen Ort. Mehrfach war es überbaut und erweitert worden, im Kern aber erhalten geblieben.

In welcher Form konnte dieses Gebäude geschützt werden? Der Eigentümer sah sich dazu nicht in der Lage. Die Sorge blieb beim örtlichen Heimatverein, der nun die Verbindung mit den Denkmalbehörden suchte. Man schlug vor, ein Grundstück zu kaufen und das ursprüngliche Gefüge aus dem Überbau zu lösen. Danach soll es möglichst zeitgetreu wiederhergestellt werden. Martfelds ältestes Haus wäre gleichzeitig ein Reformationsdenkmal. Ein vergleichbares Objekt, das nach fünfhundert Jahren das Problem der ersten Pastorenwitwen und -waisen zeigt, gibt es in dieser bescheidenen Form wohl an keinem anderen Ort in Deutschland.

Der Heimatverein ist optimistisch, für die Realisierung des Projektes bei den Denkmalbehörden einen unterstützenden Partner zu finden. Nötig sind für das anspruchsvolle Unternehmen natürlich auch Zuschussgeber und Sponsoren. Mit dem Zuwendungsbescheid des Amtes für regionale Landesentwicklung liegt jetzt eine Grundfinanzierung von ca. 70% vor.

Um alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über dieses Projekt zu informieren und für eine aktive Unterstützung zu gewinnen, führt der Heimat- und Verschönerungsverein Martfeld zusammen mit dem Kirchenvorstand am 28. Januar 2020 um 19:30 Uhr im Gemeindehaus der ev.-luth. Kirchengemeinde, Alter Schulweg 2 eine Veranstaltung durch.