Mühlenrestauration "Von Schetosen und Hundsohren"

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Wer kennt ihn noch, den viel gerühmten Tante Emma oder Krämer-Laden. Früher konnte man so Einiges dort kaufen. Doch Schetosen oder Hundsohren fand man weder in der Auslage der Käsetheke noch bei Kuchen und Gebäck. Was hat es damit also auf sich? In Martfeld findet man die Erklärung dafür.
Denn wer hätte es gedacht, hinter diesen kuriosen Bezeichnungen stecken Bauteile von Windmühlen. Sie sind ebenfalls in der Fehsenfeldschen Mühle zu finden und von großer Bedeutung.

Aber, von Anfang an erzählt:
In regelmäßigen Abständen wird die Fehsenfeldsche Mühle, die vom HVV (Heimat- und Verschönerungsverein Martfeld e. V.) gepachtet wird, von Dietmar Eils und seinem Team auf Herz und Nieren geprüft. Sprich, die in die Jahre gekommene Mühlentechnik wird inspiziert. „Es ist ganz einfach.“, sagt Dietmar Eils. „Wir müssen nur von unten der Mühle in den Kopf steigen, jedes Bauteil begutachten und am besten anfassen. Dann bekommen wir ein Gefühl für die Arbeit, die die Mühle bis 1971 geleistet hat. Vor nunmehr 50 Jahren wurde sie außer Dienst gestellt und die Technik hat 100 Jahre ihre Pflicht getan.“ Sie ist eine der drei Martfelder Mühlen, die nicht nur an den Mühlentagen, sondern ganzjährig, von Interessenten besucht werden kann.

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Dietmar Eils' Erfahrung zeigt, lieber vor dem Frühstück den Gang in den Kopf zu wagen. Die Stiegen nach oben werden immer steiler und der Zugang zur Technik ist oft eng und schmal. Da kann ein Mettbrötchen am Morgen schon mal für einen erschwerten Aufstieg sorgen, wenn der Bauch überall hängen bleibt.
Bei einer der letzten Kontrollgänge des vergangenen Jahres wurde festgestellt, dass die Windbretter, die die Fläche an den Flügeln vergrößern und damit mehr Kraft auf die Welle bringen, dringend erneuert werden mussten. So wurden sie im vergangenen September abgebaut (siehe Homepage HVV), dann zusammengeschnitten, allseitig gehobelt, die Kanten gefast, geschliffen, dreimal lackiert und nach altem Muster wieder zusammengeschraubt.

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Am kommenden Wochenende werden die erneuerten Windbretter nun wieder auf die Jalousieflügel befestigt. Dazu bedarf es der Hilfe des erfahrenen Mühlenbauers Pätzmann aus Winsen/Luhe, der am Freitag den 23. April 2021 bereits die Verkeilung der Flügel vornimmt. Und nun kommen die Schetosen ins Spiel, denn sie sind die Sicherung der Windbretter. Wer erfahren möchte, was es mit den Hundsohren auf sich hat, der sollte sich das Spektakel mit Steiger nicht entgehen lassen und bei Dietmar Eils und seinem Team in der Kirchstraße am Samstag den 24. April vorbeischauen – alles natürlich unter Einhaltung der geltenden Covid-19-Hygieneregeln.

Vielleicht lüftet er dem einen oder der anderen das Geheimnis.

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