Ganz oben und doch nicht abgehoben

mhlenreparatur mit schnem blick ber martfeld

Derzeit ist die Reparatur der Windbretter jedenfalls wieder einmal geschafft. Wenn sie schon auseinander genommen werden und beim Zusammenbau kein Teil übrig geblieben ist, dann können die Helfer der AG Mühlentechnik Dietmar Eils, Cord Fehsenfeld, Arne Wolters und Markus Hoffmann ausgesprochen zufrieden sein. Präzise Vorbereitungen, volle Konzentration und klare Ansagen sind gefragt, damit in luftiger und nicht alltäglicher Arbeitshöhe alles glatt läuft. Und wenn man schon einmal so weit oben an der Fehsenfeldschen Mühle angekommen ist, dann genießt man einen wunderbaren Blick über Martfeld.

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Mühlenrestauration "Von Schetosen und Hundsohren"

 Muehle 042021 2

Wer kennt ihn noch, den viel gerühmten Tante Emma oder Krämer-Laden. Früher konnte man so Einiges dort kaufen. Doch Schetosen oder Hundsohren fand man weder in der Auslage der Käsetheke noch bei Kuchen und Gebäck. Was hat es damit also auf sich? In Martfeld findet man die Erklärung dafür.
Denn wer hätte es gedacht, hinter diesen kuriosen Bezeichnungen stecken Bauteile von Windmühlen. Sie sind ebenfalls in der Fehsenfeldschen Mühle zu finden und von großer Bedeutung.

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Fehsenfeldsche Mühle

Fehsenfeldsche Muehle 5

Die Fehsenfeldsche Mühle wurde 1871 erbaut. Die damaligen Besitzer waren eine "Interessentengemeinschaft", vergleichbar heute mit einer Genossenschaft (daher der Ausdruck Interessentenmühle). Dem Baubeschluss im Jahre 1870 folgte im Jahre 1871 die Bauausführung des 28 m hohen Bauwerkes (über die Flügel gemessen ist sie sogar höher als der Martfelder Kirchturm).  Der Unterbau wurde mit massiven Ziegeln errichtet, der Stapel (das ist der Mühlenturm von der Galerie bis zur Kappe) ist aus Holz gebaut. Der Galerieholländer hat eine Windrose und Jalousieflügel und war damit sehr modern ausgestattet: ändert sich die Windrichtung, werden die Flügel durch die Windrose automatisch wieder in den Wind gedreht. Bei wechselnden Windstärken müssen bei vielen Mühlen entweder Segel von den Flügeln abgenommen werden (wenn der Wind zunimmt) oder zusätzliche Segel angebracht werden (wenn der Wind abflaut). Dieser Vorgang ist mit Zeitverlust verbunden, da die Mühle dazu angehalten werden muss. Bei der Fehsenfeldschen Mühle ist dies nicht notwendig, da bei laufendem Betrieb die Jalousieflügel geöffnet bzw. geschlossen werden können und somit stets die optimale Geschwindigkeit der Flügel eingestellt werden kann.
1904 kaufte Hermann Fehsenfeld aus Kampsheide bei Asendorf die Mühle von der Genossenschaft. Etwa im Jahre 1930 erfolgte der Einbau eines Motors, um in windschwachen Arbeitsstunden auf dem Mahlgang des Erdgeschosses zu schroten. Der Motor ist derzeit nicht betriebsfähig, aber es laufen Instandsetzungsarbeiten.  1960 wurden die Flügel erneuert. Die Einstellung des gewerblichen Mühlenbetriebes erfolgte 1971.
1976 beschließt der Heimat- und Verschönerungsverein e.V. (HVV) den Erhalt der Mühle. Eine große Restaurierung erfolgte 1991. Auf Galerieebene sind ein Feinmahl-, ein Schrot-, ein Futter- und ein Grützgang erhalten. Das große Getriebe bzw. die ganze Mühle sind sehenswert. Die Mühle ist betriebsfähig, sie wird jedoch nicht zum Mahlen betrieben. Die Mühle wird genutzt vom HVV, als Standesamt und als Ausbildungsmühle zum „Freiwilligen Müller“ durch die Volkshochschule und die Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen e.V.

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