Kulturplattform Martfeld

Wer liest denn da?
Wenn es Herbst wird in Martfeld, dann kommt auch jedes Jahr wieder die Frage: „Wann sind denn die Literaturtage dieses Jahr?“. Seit sechs Jahren ist dieses kleine und sehr feine kulturelle Highlight im November eine feste Einrichtung für Martfeld und ‚Drum‘rum‘.  Aber wie geht das eigentlich, Literaturtage?

Literaturtage 2016 0

2010 wurde auf Anregung von Irene Bösche gemeinsam mit Sylvia Giese vorlesefreudige Menschen gesucht. Und damit wurden die ersten „Martfelder Literaturtage“ ins Leben gerufen. Von Beginn an waren die Literaturtage so angelegt, dass die Einzelveranstaltungen ohne ein gemeinsames, zusammenfassendes Thema bleiben. Auch, dass die Vorleseorte von den Lesenden selber gewählt werden, war von Anfang an klar. Ebenso dass die Literaturtage vor der arbeitsreichen Weihnachtszeit, aber in der dunklen Herbstzeit sattfinden sollten. Dann, wenn es gemütlich ist, zusammen zu sitzen und sich etwas vorlesen zu lassen.  Vom 5. bis 7. November 2010 fanden die „1. Martfelder Literaturtage“ statt. Träger dieser Veranstaltung ist die Martfelder Kulturplattform. Mit der unter anderem bewiesen ist, das Martfeld ein ganz besonderes kulturelles Pflaster ist, mit einem eigens für die kulturellen Belange des Ortes zuständigen Zusammenschluss  aus interessierten Künstlern und Kulturschaffenden, die ein jährliches festes Budget für kulturelle Veranstaltungen verwalten.

2016 ist die kulturelle Arbeit der Literaturtage durch den KuK honoriert worden. Der Verein ehrt jedes Jahr eine Person - oder wie dieses Mal - eine Institution, die sich um das kulturelle Leben der Samtgemeinde verdient macht. Eine schöne Anerkennung für die „Martfelder Literaturtage“!

Wer macht denn eigentlich die Literaturtage?
In diesem Jahr wird es das siebte Mal Literaturtage in Martfeld geben. Seit 2011 haben Algeth Ernestine Weerts und Sylvia Giese gemeinsam die Organisation übernommen; vor drei Jahren ist Axel Hillmann als dritter im Bunde dazu gekommen.

„Nach den Literaturtagen ist vor den Literaturtagen“. Das bedeutet, dass es jedes Jahr zeitnah nach den Literaturtagen ein Nachtreffen aller Beteiligten gibt. Dabei wird noch einmal resümiert, wie die einzelnen Veranstaltungen gelaufen sind, wie viele Menschen zugehört haben dabei. Über die Atmosphäre der einzelnen Vorlesetermine wird berichtet und  auch wie und was die Presse berichtet hat. Gemeinsam wird überlegt, ob wir etwas ändern sollten oder wollen und der Termin für das kommende Leseereignis wird datiert. Die weitere Organisation besteht darin, die einzelnen Lesetermine zu koordinieren, kleine Texte anzufordern zu den Themen, die gelesen werde. Diese sind einmal für die Presseinformationen und für den Werbeflyer der Literaturtage, für den sie möglichst kurz und informativ gesetzt werden.  Etwa drei Wochen vor Beginn startet die öffentliche Werbung der Literaturtage.

Das Wichtigste sind die, die lesen
Die wichtigsten Akteure der Literaturtage sind die Menschen, die vorlesen. Und natürlich das Publikum, das lauscht. Vorlesen ist wie eine Sucht! Es macht große Freude, Texte auszusuchen und dann anderen Menschen vorzulesen. In allen Jahrhunderten - ohne Fernseher, Mobiltelefone etc. -, als noch längst nicht alle Menschen lesen konnten, war Vorlesen ein wichtiges Kommunikationsmittel. Heute können wir es uns leisten, die Schönheit der Texte und die Besonderheit der Inhalte zum reinen Vergnügen werden zu lassen. Die Gruppe derer, die vorlesen hat wohl einige Stammvorleser und -leserinnen, aber in jedem Jahr kommen neue Interessierte dazu und andere bleiben nicht dabei.
Einige Lesevergnügen allerdings haben sich seit 2010 etabliert. Das ist traditionell der Sonntagnachmittag mit plattdeutschen lustigen und nachdenklichen Geschichten und mit Kaffee, und Kuchen von Richard Klausen. Oder das von Irena Hilbig  organisierte Literatursofa am Freitagabend, bei dem Jeder und Jede kommen kann zum Hören und zum Lesen.

Und wie weiter?
Nein, wirklich geändert hat sich seit 2010 nicht viel. Was vielleicht ein bisschen fehlt, sind die ‚jungen Wilden‘, die Experimentierfreudigen.  Vorlesen kann mehr sein, als mit einem Buch auf den Schoß dem geneigten Publikum schöne Texte zu Gehör zu bringen. Die Kinderveranstaltungen sind weggeblieben, weil die Kinder weggeblieben sind. Es gab und gibt inzwischen szenische Lesungen, eigene Texte  wurden und werden gelesen. Manchmal gibt es Wein oder sogar besondere kleine Speisen für die Zuhörenden. Immer noch werden für die Leseabende Wohnstuben und Kaminzimmer geöffnet. Immer noch gibt es überraschende Veranstaltungen.  Und immer ist es einfach schön, die „Martfelder Literaturtage“ zu haben.

7. Martfelder Literaturtage vom 4. bis 6. November 2016
Organistation: Sylvia Giese (stephan.sylvia.giese@web.de); Algeth E. Weerts (w2e-rts@gmx.de)

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